Heiter bis wolkig

Pfingsten beschert uns alle Jahr wieder nicht nur ein langes Wochenende, sondern ist in Deutschland, dank des Fischereihafenrennens in Bremerhaven, nun schon seit mehreren Dekaden untrennbar mit Road Racing verbunden. Auch dieses Jahr pilgerten wieder Tausende Motorsport-Fans zum Fishtown-Race. Doch es war nicht das einzige Highlight, das Freunden des Road Racing an diesem Wochenende geboten wurde. Zeitgleich fanden im holländischen Oss die Rennen drei und vier zur International Road Racing Championship statt und auch hier konnte man feinsten Straßenrennsport erleben.

Dass das gemeinsame Veranstaltungsdatum nicht nur die Zuschauer vor die Qual der Wahl stellte, zeigte ein Blick in die Starterliste für die Rennen in Oss. Neben dem auf der Isle of Man schwer gestürzten, amtierenden Supersport-Meister Laurent Hoffmann fehlten mit Dennis Günther (SSP), Denis Sanchez (SSP), Thilo Günther (SBK), Mike Bammann (SBK), Foti Psomadakis (SBK) und Thomas Kreutz (SSP/SBK) gleich 6 Stammfahrer im IRRC Starterfeld. Da Thomas Kreutz beim ersten Termin in Hengelo nicht nur in der Supersport-Klasse, sondern auch bei den Superbikes ein erstes Ausrufezeichen setzen konnte, war seine Abwesenheit gleich ein doppelter Verlust. Und im Verlauf des Wochenendes sollte sich die Fahrerzahl leider noch weiter reduzieren.

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Urblaubswetter in Oostende

Bei herrlichem Urlaubswetter fand am 21.-.22. Juni die dritte Sitzung der IRRC im Rahmen des 39. snelheidspreis van de noordzee (so heißt das dort) im belgischen Oostende statt. Ort des Geschehens ist das alte Hafengelände welches der Strecke in Bremerhaven ähnelt und somit dem Fahrstil von Didier Grams sehr entgegenkommt. Um die Trainingsmöglichkeit zu nutzen hatten wir uns auch in die offenen Rennen der belgischen OBC Superbike eingeschrieben.

Auch auf dieser Strecke war wieder Vorsicht angesagt da durch viele Bremszonen und kurze Geraden die Bremsen mit dem Abkühlen nicht nachkommen und somit in der Leistung nachlassen bzw. ganz versagen können mindestens aber extrem schnell verschleissen. Somit ging es in den Trainings ziemlich knapp zu, da wir aber vom letzten Jahr Daten für´s Setup unserer BMW zur Verfügung hatten konnte Didier in OBC und IRRC jeweils die Pole Position mit ca. einer halben Sekunde Vorsprung herausfahren.

Rennen eins fand noch am Samstag Abend in der belgischen OBC statt. Didier kam vom Start schlecht weg, drei, vier Fahrer schlüpften durch und die sind hier schwer zu überholen. Am Ende stand Platz zwei hinter Marc Fissette zu Buche. Beachtenswert  der dritte Platz des sympathischen Holländers Jochem van den Hoek, der die betagte ex-Yamaha von Branko Srdanov pilotiert und sich hier mit diesem unterlegenem Material mal in Szene setzen konnte (nachdem er im Mai auf der NorthWest200 den Motor verheizt und in Oss mit einem neuen technische Probleme hatte).

Am Sonntag dann Rennen eins in der IRRC. Super Start von Didier, ohne behindernde Gegner konnte er jetzt seine fahrerische Klasse ausspielen und deklassierte Gaststarter Marc Fissette und David Drieghe (beide aus Belgien) um glatte dreizehn Sekunden.

Im zweiten OBC Lauf klarer Start/Ziel Sieg vor Drieghe und Fissette.

Nicht so im Zweiten IRRC Lauf. Position neun nach der ersten Runde. Was war passiert? Nicht optimal vom Start weggekommen und im Gedrängel der ersten Linkskurve zurückgefallen. Lange Gesichter beim Team am Streckenrand, die sich aber immer mehr aufhellten, weil er sich Fahrer um Fahrer schnappte um am Ende den Pokal für Platz zwei hinter David Drieghe und vor Marc Fissette entgegenzunehmen.

Fazit: Vier Pokale, ein heiles Motorrad, 20 Punkte Vorsprung auf Johan Fredriks in der IRRC-Wertung. Auf ein Neues in vier Wochen, Chimay, Belgien.

Wer noch gesehen wurde: Laurent Hoffmann, auf der Isle of Man schwer gestürzter amtierender IRRC-Supersportmeister mit Krücken und Rollstuhl zumindest geistig und mental fit.

Mehr unter: http://www.speedweek.com/irrc/news/58921/IRRC-Oostende-Didier-Grams-gewinnt-an-der-Nordsee.html

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Ein Rennwochende mit Hitze, Hagel und mehr

Tropische Hitze, Gewitter, Hagelschäden, Windhosen, zerstörte Zelte, durchnässtes Inventar (auch unseres), das war Stichting Wegrace Oss, Niederlande, zweite Sitzung der International Roadracing Championship in 2014. Ach ja, Motorradrennen fanden auch noch statt und zwar in der IRRC (die dort im Rahmen der holländischen und belgischen Meisterschaft stattfand) mit leicht dezimiertem Starterfeld da einige Favoriten entweder durch Stürze (NorthWest200, IOM TT) auf den britischen Inseln verletzungsbedingt ausgefallen sind (z.B. Laurent Hoffmann, Franck Petricola) oder beim leider am Pfingstwochenende parallel stattfindenden Fischereihafenrennen in Bremerhaven antraten (u.a. Thomas Kreutz, Thilo Günther).

W&G Motorsport mit Didier Grams wussten bei der Anreise nicht was sie erwartet, da diese Strecke noch nie im Rennkalender der IRRC stand. Nun gut, ein Gewerbegebiet u.a. mit einem Möbelwerk, einer Spedition, weitere Firmen und einer Brauerei (leider ohne Besichtigung) und die Straßen ringsum und mittendurch wurden über Pfingsten als Rennstrecke deklariert.

Aufgebaute Tribünen, auf der Kuhweide ein eingezäuntes Fahrerlager und weiße Striche auf dem Asphalt für die Startaufstellung sollten reichen.

In den Trainings wurde bestätigt was wir schon vermutet hatten, auf dieser Stop and Go Strecke noch verstärkt durch die Hitze, gab es bei fast allen Teams Probleme mit zu heissen Bremsen, so daß Bremsfading auftrat, sprich die Bremsen werden zu heiß was zum Versagen selbiger führt. Mit 1000 ccm Maschinen werden dort trotzdem Geschwindigkeiten von 260 km/h erreicht, also war Vorsicht angesagt. Didier qualifizierte sich auf Startplatz sieben und erreichte letztendlich, außerachtlassend der holländischen Gaststarter die Plätze zwei und drei was ihn seinen Vorsprung in der Tabelle ausbauen lässt da sein Verfolger Vick de Cooremeter die Anreise von der Isle of Man nicht rechtzeitig schaffte und somit punklos blieb.

In zwei Wochen geht es frisch motiviert nach Oostende (Belgien) mit der Hoffnung auf weitere Podestplätze da wir dort schon mehrjährige Erfahrung haben und Didier dort schon einige Siege verbuchen konnte.

 

Weitere Infos unter: www.speedweek.com

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R. I. P. Simon Andrews

Soeben erhalten wir die traurige Nachricht vom Tod des Rennfahrerkollegen Simon Andrews, der beim diesjährigen Vauxhall North West 200 Rennen schwer zu Sturz kam. Wir haben ihn unter anderem dort und in Macau als stets fairen und lebenslustigen Sportsmann kennen und schätzen gelernt. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und dem mit uns befreundeten Team Penz13.com um Rico Penzkofer und Gordon Unger. R. I. P.  Simon

Abenteuer NorthWest 200

Auf der Heimreise vom Abenteuer NorthWest 200 nun hier eine kurze Zusammenfassung. Los ging’s am Freitag, 9.5. um 22:00 Uhr im teameigenen VW Crafter. An Bord war neben Didier und Jens Grams, Albrecht Wendritsch noch unser Lackierer Uwe Beier, der über weitreichende Motorsporterfahrung verfügt und dessen Hilfe sich schon bald als sehr wertvoll erweisen sollte. Nonstop ging es also über 1.800 km und zwei Fährüberfahrten nach Portrush ganz im Norden Irlands. Dauer der Fahrt, 30 Stunden. Ankunft in den frühen Sonntagmorgenstunden im kleinen aber feinen Hotel “Inn on the Coast” welches direkt hinter den Dünen des Nordatlantik liegt und uns vom Veranstalter der Vauxhall NorthWest 200 gestellt wurde. Dort trafen wir auf unseren Manager Franky Heidger (Heidger-Motorsport HMT) und den Belgier Marc Fissette, zweiter Fahrer im Team mit seinen Mechanikern. Sonntag Erholung, Montag Zelt aufbauen im Fahrerlager. Am Dienstag Vormittag drehte Didier Grams dann seine ersten Runden auf dem 8,970 Meilen (14,436 km) Kurs und war einigermaßen beeindruckt. Highspeedgeraden mit 320 km/h, aufgewirbelte Steine (zerbrochene MRA Verkleidungsscheibe, völlig gestrahlte Verkleidung) und Gegner mit klangvollen Namen wie Rutter, McGuiness oder Saiger stellten alles bisher da Gewesene in den Schatten. Schwierige klimatische Bedingungen wie Wind, und ständiger Wechsel zwischen trockener und nasser Fahrbahn kamen hinzu. Da unser Motorrad seriennah aufgebaut ist starteten wir in der Klasse Superstock und zusätzlich in der Superbike, für welche die Spitzenfahrer ein weiteres, speziell und entsprechend teuer getuntes Motorrad zur Verfügung haben. Im ersten Jahr auf dieser nicht ganz ungefährlichen Strecke standen Strecke kennenlernen und sicheres Ankommen vor der Platzierung in der Ergebnisliste. Letzemdlich stehen nach vier Trainings, vier Rennen, 14 verbrauchten Reifen, 180 Liter verheiztem Sprit und einem völlig überholungsbedürfigen Motorrad Plätze zwischen 14 und 23 sowie der Rang zweitbester Newcomer (von 23) zu Buche. Am Ende steht die Erkenntnis, hier handelt es sich nach der TT auf der Isle of Man um eines der härtesten Strassenrenmen der Welt und unser kleines, mit bescheidenen Mitteln ausgestattetes Team kam an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit, hat sich aber dennoch die Anerkennung von Veranstalter und Kennern erarbeitet.

Ergebnisse und weitere Infos unter www.northwest200.org

Foto

Punktestand (IRRC)

  • Didier Grams (131)
  • Johan Fredriks (111)
  • David Drieghe (81)
  • Frank Bakker (64)
  • Vick De Cooremeter (60)

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